{"id":3196,"date":"2020-07-14T12:17:31","date_gmt":"2020-07-14T10:17:31","guid":{"rendered":"https:\/\/loeffler-schmeling-architekten.de\/?p=3196"},"modified":"2021-09-06T16:18:49","modified_gmt":"2021-09-06T14:18:49","slug":"areal-rund-um-die-kirche-alt-knielingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimagerechte-architektur.de\/archiv\/areal-rund-um-die-kirche-alt-knielingen\/","title":{"rendered":"Areal rund um die Kirche, Alt-Knielingen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Komplexit\u00e4t und Pr\u00e4gnanz<\/strong><\/p>\n<p>so k\u00f6nnte man unsere Arbeit beschreiben, weil diese bei aller Komplexit\u00e4t und Unterschiedlichkeit der Anforderungen an St\u00e4dtebau, Raumkonzeption, Gestaltung und Freiraum eine wiedererkennbare pr\u00e4gnante architektonische Haltung sucht.<\/p>\n<p>Wir wollen keine Gro\u00dfform, die der Kirche Konkurrenz macht, sondern kleinteilig bleiben und dennoch soll das Werk nicht in Fragmente zerfallen. Eine einheitlich architektonische Sprache soll die Einzelobjekte wie einen Roten Faden zusammenbinden und dem Ganzen Pr\u00e4gnanz verleihen.<\/p>\n<p>So besteht beispielsweise die Fassade des in Holzbauweise geplanten Kindergartens aus acetyliertem Holz. Dieses findet sich im massiven, verputzten Wohnungsbau als markante Fensterlaibung und Loggienbekleidung wieder.<\/p>\n<p>Der St\u00e4dtebau nimmt ortstypische kleinteilige Geb\u00e4udetypologien und Dachformen auf. Er l\u00e4sst den Blick \u00fcber eine interne Gasse auf die Kirche frei, schafft einen hochwertigen breiten Stra\u00dfenraum und erzeugt funktionierende r\u00e4umliche Einheiten aus KITA, Wohnbau und Pfarrhaus oder Kirche und Sakralraum. Jedes neue Geb\u00e4ude funktioniert und steht auch formal f\u00fcr sich, wird aber durch die Architektursprache zusammengehalten und bildet mit Kirche und Pfarrhaus ein attraktives Ensemble.<\/p>\n<p>Ein wichtiges kleinklimatisches und optisches Anliegen ist es, die bestehenden gro\u00dfen B\u00e4ume zu erhalten. Der derzeitig kritisch zu beurteilende Stra\u00dfenraum und die Besonnung der gegen\u00fcberliegenden Geb\u00e4ude werden sich durch die Planung nachhaltig verbessern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>KITA<\/strong><\/p>\n<p>Die KITA ist so gestaltet, dass auch wechselnde p\u00e4dagogische Konzepte bedient werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Daher sind die Intensivr\u00e4ume nicht nur vom Gruppenraum zug\u00e4nglich. Auch eine m\u00f6gliche externe Teilnutzung der KITA w\u00e4re denkbar. \u00dcber das Foyer sind Mehrzweckraum, aber auch der obere Speiseraum f\u00fcr sich nutzbar, weil die Gruppenbereiche separat abgeschlossen werden k\u00f6nnen. Das k\u00f6nnte f\u00fcr eine sich ausweitende sonnt\u00e4gliche Kinderarbeit der Kirchengemeinde oder f\u00fcr die Entwicklung eines kleinen Familien-Beratungszentrums oder zuk\u00fcnftige Nutzungen hilfreich sein.<\/p>\n<p>Eine dauerhaft auf eine Funktion zugeschnittene Nutzung erscheint uns bei einer sich schnell entwickelnden und differenzierten Gesellschaft nicht zeitgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p>Der Kleinkinderbereich liegt gesch\u00fctzt im OG, da die Kleinkinder nicht zwingend einen direkten Gartenbezug ben\u00f6tigen. Dieser ist \u00fcber eine Au\u00dfen- und Fluchttreppe oder den Aufzug gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wohnen<\/strong><\/p>\n<p>Der Wohnungsbau liegt gegen\u00fcber dem Pfarrhaus an der Grundst\u00fccksecke und nutzt somit die gute Besonnung und den Ausblick. Das Wohnhaus bindet sich formal und von den Dimensionen in<\/p>\n<p>den Kontext ein. Die Wohnungen (sozialer Wohnungsbau) sind kompakt, funktional und gut belichtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pfarrhaus<\/strong><\/p>\n<p>Das Pfarrhaus erh\u00e4lt einen privaten, und auch visuell gesch\u00fctzten Zugang und Freibereich.<\/p>\n<p>Die Bewohner k\u00f6nnen diskret \u00fcber ihren privaten Bereich, vorbei am eigenen Fahrradabstellplatz \u00fcber die Treppe im r\u00fcckw\u00e4rtigen Zugang der KITA in die Tiefgarage gelangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kirchliche R\u00e4ume\/Sakralraum (Pavillon) neben der Kirche<\/strong><\/p>\n<p>Dieser orientiert sich in der Formensprache an den anderen Neubauten, wird aber formal zur\u00fcckgenommen und besteht aus einem monolithischen Sichtbetonk\u00f6rper mit mittigem Gruppenraum, der sich auf einen meditativen kleinen Garten bezieht. Dieser Raum w\u00e4re auch als Raum der Stille, f\u00fcr seelsorgerische Gespr\u00e4che oder andere sakrale Belange geeignet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Baukonstruktion<\/strong><\/p>\n<p>Die KITA ist ein kompletter Holzbau. Die Fassade besteht aus acetyliertem und damit extrem dauerhaftem Holz.<\/p>\n<p>Der Wohnungsbau ist ein Massivbau aus vorgefertigten Betondecken und 42 cm starkem porosiertem Ziegelmauerwerk. Es werden aus Gr\u00fcnden der Nachhaltigkeit keine Verbundbaustoffe wie WDVS verwendet. Als Dachdeckung wird aufgrund der Dachform und den entstehenden Kehlen eine Metalldeckung vorgeschlagen. Diese Deckung l\u00e4sst auch eine formal und funktional\u00a0 vertretbare Integration von monolithischen Solarzellen (grau) zu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Energiekonzept<\/strong><\/p>\n<p>Das Energiekonzept und damit auch das Level der Effizienzh\u00e4user (KFW 40 oder 55) muss, wenn es wirklich nachhaltig sein soll, zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt gekl\u00e4rt werden. Insbesondere in Karlsruhe gibt es sehr viele denkbare Optionen, die unserer Erfahrung nach erst nach einer belastbaren Simulation verantwortlich bewertet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Angestrebt ist eine formal wie technisch gelungene Integration von Photovoltaik in das Energiekonzept mit hoher Eigenstromnutzung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Standort\u00a0<\/strong> Alt-Knielingen, Dreik\u00f6nigsstra\u00dfe<br \/>\n<strong>Bauherr\u00a0<\/strong> Evangelische Kirche Karlsruhe<br \/>\n<strong>Wettbewerbsjahr<\/strong>\u00a0 2019<br \/>\n<strong>Sonstiges\u00a0<\/strong> Realisierungswettbewerb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Komplexit\u00e4t und Pr\u00e4gnanz so k\u00f6nnte man unsere Arbeit beschreiben, weil diese bei aller Komplexit\u00e4t und Unterschiedlichkeit der Anforderungen an St\u00e4dtebau, Raumkonzeption, Gestaltung und Freiraum eine wiedererkennbare pr\u00e4gnante architektonische Haltung sucht. 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