{"id":4633,"date":"2022-07-07T12:28:33","date_gmt":"2022-07-07T10:28:33","guid":{"rendered":"https:\/\/loeffler-schmeling-architekten.de\/?p=4633"},"modified":"2022-07-07T15:14:56","modified_gmt":"2022-07-07T13:14:56","slug":"gemeindehaus-peterzell-st-georgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimagerechte-architektur.de\/archiv\/gemeindehaus-peterzell-st-georgen\/","title":{"rendered":"Gemeindehaus Peterzell, St.Georgen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Entwurf<\/strong><br \/>\nDie St\u00e4rke des Entwurfes liegt in der Einfachheit und Klarheit von Form und Funktion.<br \/>\nDas Haus als Archetyp st\u00e4rkt als Blickfang den Ortseingang von Peterzell und lenkt mit seinem pr\u00e4gnanten Dach den Fokus auf die Peterzeller Kirche. Die Dachform, ein einfaches Satteldach, stellt eine Beziehung zu dem Dach der Kirche her. Gleichzeitig f\u00fcgt sich das Dach mit seiner L\u00e4ngsausrichtung entlang des Baches in die Umgebung und die vorhandene Natur ein. Das Haus steht mit seinem Dach und der einfachen Form f\u00fcr Geborgenheit, Schutz und Heimat.<br \/>\nDer zweite Entwurfsgedanke ist der Hof. Erg\u00e4nzend zum Gemeindesaal werden zwei Riegel links und rechts des Hauses ausgebildet, die die Richtung des Hauptdaches aufnehmen. Durch die Ausbildung der beiden Riegel entsteht ein Hof, der mehrere Funktionen \u00fcbernimmt: Zum einen das Ankommen der Gemeindemitglieder, der G\u00e4ste bei Festen als auch der zuf\u00e4llig vorbeikommenden Besucher. Es wird eine Vorzone vor dem Eingang gebildet, die die Menschen einl\u00e4dt, anzukommen und einzutreten. Zum anderen das Verteilen. Neben dem Haupteingang zum Foyer und Gemeindesaal ist auch der Liefereingang zur K\u00fcche vom Hof aus zu erreichen. Ein zus\u00e4tzlicher Nebeneingang f\u00fcr den Gruppenraum erm\u00f6glicht es, den Saal und den Gruppenraum getrennt voneinander zu nutzen. Trotz der zentralen Lage des Pfarramtes f\u00fcr die leichte Auffindbarkeit, wird die notwendige Privatsph\u00e4re f\u00fcr seelsorgerliche Gespr\u00e4che geschaffen, indem das Pfarramt leicht vom Gruppenraum + Sanit\u00e4rbereich abger\u00fcckt ist, wodurch ein dem \u00f6ffentlichen Bereich abgewandter Vorbereich erzeugt wird. Wird dies nicht gew\u00fcnscht, kann das Pfarramt problemlos (ohne auf den separaten Eingang zum Gruppenraum verzichten zu m\u00fcssen) an das Geb\u00e4ude ger\u00fcckt werden.<br \/>\nDer Entwurf spiegelt mit den beiden Archetypen Haus und Hof Elemente des Gemeindelebens &#8211; Offenheit, Zusammenkunft und Geborgenheit.<br \/>\nBesonders herausstechend bei dem Entwurf ist die sch\u00fctzende Anordnung des Geb\u00e4udes um den Hof. Hierdurch ist der Hof so gut wie m\u00f6glich von dem L\u00e4rm der Bundesstra\u00dfe abgeschirmt und bei Gemeindefesten kann der Gemeindesaal \u00fcber das Foyer bis auf den Hof ausgeweitet werden. Dem Wunsch nach Schutz steht die Offenheit gegen\u00fcber, denn gleichzeitig soll das Geb\u00e4ude f\u00fcr alle einladend und offen wirken. Dies wird durch die gro\u00dfen und kleinen \u00d6ffnungen erreicht. Der Gemeindesaal mit seinen gro\u00dfen Glasfronten l\u00e4sst Einblicke zu. Nach S\u00fcden, zur Bundesstra\u00dfe, wird ein Filter vor die Fassade gestellt, damit gen\u00fcgend Licht in den Saal fluten kann, gleichzeitig jedoch die Gemeinde nicht auf dem Pr\u00e4sentierteller sitzt. Die D\u00e4cher der Riegel werden \u00fcber die Nebenr\u00e4ume hinweggef\u00fchrt. Diese Erweiterung des Geb\u00e4udes im Au\u00dfenraum verst\u00e4rkt die multifunktionale Nutzung des Geb\u00e4udes. Unter dem Dach k\u00f6nnen bei Gemeindefesten St\u00e4nde untergebracht werden. Ein Teil des Unterstandes kann in Eigenleistung der Gemeinde mit W\u00e4nden versehen werden, um ein Lager f\u00fcr Ger\u00e4te und Freizeitutensilien herzustellen. Dieses kann je nach Bedarf sp\u00e4ter erweitert werden.<br \/>\nZwischen den beiden Riegeln k\u00f6nnen mit einer leichten Konstruktion Sonnensegel gespannt werden, um eine gr\u00f6\u00dfere komplett verschattete Fl\u00e4che herzustellen. Die Durchg\u00e4nge gew\u00e4hrleisten eine gute Bel\u00fcftung des Hofes, auch bei Abdeckung durch ein Sonnensegel.<br \/>\nDer Baum zoniert den Hof und schafft eine klare, aber nicht zu starke Grenze zum \u00f6ffentlichen Bereich der Stra\u00dfe. Der M\u00fcllraum ist nicht im geforderten Raumprogramm enthalten. Wir w\u00fcrden empfehlen, diesen jedoch ebenfalls in das Geb\u00e4udeensemble aufzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Naturnahe Au\u00dfenanlagengestaltung<\/strong><br \/>\nBei der Au\u00dfenanlagengestaltung wurde auf eine nachhaltige und artenerhaltende Gestaltung geachtet.<br \/>\nIm Bereich des Gew\u00e4sserrandstreifens sorgt eine Baumreihe aus verschiedenen heimischen B\u00e4umen (z.B. Tanne, Eiche, Buche etc.) f\u00fcr den Schutz zum Bach hin. Zudem sorgen diese f\u00fcr einen positiven Einfluss auf das Mikroklima und einen Schutz des Bodens bei eventuellen \u00dcberschwemmungen des Uferbereiches. Erg\u00e4nzend werden Heckenpakete und Benjeshecken \/ Totholzhecken aus einheimischem Totholz eingeplant. Diese bieten einen R\u00fcckzugsort f\u00fcr viele einheimische Tiere wie z.B. Igel, zahlreiche Insekten usw. Das Dachfl\u00e4chenwasser wird in diesem Bereich versickert. Im s\u00fcdlichen Bereich soll ein Weidentippi oder Buchenholzhaus angepflanzt werden. Hier k\u00f6nnen Kinder spielen. Eine Natursteinsitzecke l\u00e4dt gleichwohl Amphibien als auch Menschen zum Verweilen ein.<br \/>\nWir pl\u00e4dieren sehr dazu, bei dem Baurechts- und \/ oder Stadtplanungsamt zu erwirken, dass der Friedhofsparkplatz erweitert werden darf und dann nur 2 &#8211; 3 Stellpl\u00e4tze direkt beim neuen Gemeindehaus hergestellt werden m\u00fcssen. Ein Parkplatz mit einer E-Ladestation, als auch ein barrierefreier Parkplatz sollten auf jeden Fall unmittelbar am Geb\u00e4ude angeordnet werden, z.B. unter dem Dach der Nebengeb\u00e4ude. Der Parkplatzbereich k\u00f6nnte dann zur Spielfl\u00e4che f\u00fcr Kinder- und Jugendgruppen als Blumenschotterrasenfl\u00e4che ausgebaut werden.<br \/>\nDer Gr\u00fcnbereich wird als Wildblumenbeete ausgebildet, um den Bienen und andere Insekten ausreichend Lebensraum zu bieten.<\/p>\n<p><strong>Eigenleistung der Gemeinde<\/strong><br \/>\nDer komplette Bau soll ein Holzbau (Holzrahmenbau) werden. Alle Bauteile werden aneinandergef\u00fcgt und k\u00f6nnen so im Sinne einer Wiederverwendbarkeit in seine Bestandteile zerlegt werden. Es gibt keine Verbundstoffe, die nicht recycelt werden k\u00f6nnen und dem Prinzip des Lebenszyklus widersprechen. Je nach F\u00e4higkeiten und Wunsch der Gemeinde kann der komplette Gemeindehausbau, oder lediglich die seitlichen Riegel, in Eigenleistung aufgerichtet werden. Durch die klare Struktur sind keine komplizierten Anschl\u00fcsse zu erwarten.<br \/>\nIm Laufe der weiteren Entwurfsplanung kann gepr\u00fcft werden, ob die beiden seitlichen W\u00e4nde des Saals aus Stampflehm hergestellt werden k\u00f6nnen, was ebenfalls von der Gemeinde in Eigenleistung hergestellt werden kann &#8211; jedoch ist diese Ausf\u00fchrung zu pr\u00fcfen. Diese Pr\u00fcfung war im Zuge der Mehrfachbeauftragung nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Energiekonzept<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Energieversorgung ist eine Sole-Wasser-W\u00e4rmepumpe unter den Parkpl\u00e4tzen im S\u00fcd-Osten des Geb\u00e4udes vorgesehen. \u00dcber PV-Module auf den seitlichen Riegeln wird diese mit der ben\u00f6tigten Energie versorgt. \u00dcber einen Erdkanal, der unterhalb des Hofes verlegt wird, soll die Zuluft vorkonditioniert werden. Im Saal wird die Thermik durch die H\u00f6he des Raumes unterst\u00fctzt und die Luft im Dachspitz \u00fcber \u00d6ffnungsfl\u00fcgel abgef\u00fchrt. Nach S\u00fcden sorgt ein konstruktiver Sonnenschutz aus Holzelementen f\u00fcr den n\u00f6tigen W\u00e4rmeschutz.<br \/>\nSchiebbare Elemente im Erdgeschossbereich erm\u00f6glichen einen Austritt auch an der S\u00fcdfassade.<br \/>\nEine Ausf\u00fchrung als KfW Effizienzhaus 40 plus ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Standort<\/strong>\u00a0\u00a0 St.Georgen &#8211; Peterzell, Ortsstra\u00dfe<br \/>\n<strong>Bauherr<\/strong> \u00a0 Evangelische Kirchengemeinde St.Georgen &#8211; Tennenbronn<br \/>\n<strong>Wettbewerbsjahr<\/strong> \u00a0 2022<br \/>\n<strong>Bauweise<\/strong> \u00a0 Holzbau | Lehmbau<br \/>\n<strong>Energiestandart<\/strong> \u00a0 KfW Effizienzhaus 40 plus<br \/>\n<strong>Wettbewerb<\/strong> \u00a0 Mehrfachbeauftragung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Entwurf Die St\u00e4rke des Entwurfes liegt in der Einfachheit und Klarheit von Form und Funktion. 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